Hier zeige ich Ihnen einige meiner Ikonen. Lesen Sie ruhig auch die dazu gehörigen Beschreibungen. Das macht Sie vielleicht auf eine neue Weise mit dem Dargestellten bekannt.
Ikone des Heiligen Propheten Elias am Bache Kerit (1 Kön 17, 1-7) (24 x 31cm)
Das Wort des Herrn erging an Elija: Geh weg von hier, wende dich nach Osten, und verbirg dich am Bach Kerit östlich des Jordan! Aus dem Bach sollst du trinken, und den Raben habe ich befohlen, dass sie dich dort ernähren. Elija ging weg und tat, was der Herr befohlen hatte; er begab sich zum Bach Kerit östlich des Jordan und ließ sich dort nieder. Die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und ebenso Brot und Fleisch am Abend, und er trank aus dem Bach.
Ikone des Heiligen Martin von Tours (24 x 31 cm)
Der Heilige Martin begegnet vor den Toren von Amiens einem Bettler, mit dem er seinen Mantel teilt. In der darauf folgenden Nacht erscheint ihm Jesus Christus in der Gestalt eben dieses Bettlers. In welcher Gestalt wendet sich Christus an mich, um Hilfe zu erfahren? In der rechten oberen Ecke erscheint die Hand Gottes, um Martin (und auch den Beter vor der Ikone, wenn er sich so verhält, wie Martin) zu segnen.Eine in der Orthodoxie eher seltene Darstellung, da der Heilige Martin mehr im westlichen Christentum verehrt wird, obwohl seine Lebenszeit vor der ost – westlichen Spaltung der Kirche liegt.
Ikone der Verkündigung an die heilige Gottesmutter Maria (Lukas 1.26-38) (29 x 39 cm)
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.
Ikone des heiligen Propheten Jonas (Jona 2,1-11) (24 x 31 cm)
Der Herr aber schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang. Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches, und er betete im Bauch des Fisches zum Herrn, seinem Gott: "In meiner Not rief ich zum Herrn, und er erhörte mich. Aus der Tiefe der Unterwelt schrie ich um Hilfe, und du hörtest mein Rufen. Du hast mich in die Tiefe geworfen, in das Herz der Meere; mich umschlossen die Fluten, all deine Wellen und Wogen schlugen über mir zusammen. Ich dachte: Ich bin aus deiner Nähe verstoßen. Wie kann ich deinen heiligen Tempel wieder erblicken? Das Wasser reichte mir bis an die Kehle, die Urflut umschloss mich; Schilfgras umschlang meinen Kopf. Bis zu den Wurzeln der Berge, tief in die Erde kam ich hinab; ihre Riegel schlossen mich ein für immer. Doch du holtest mich lebendig aus dem Grab herauf, Herr, mein Gott. Als mir der Atem schwand, dachte ich an den Herrn, und mein Gebet drang zu dir, zu deinem heiligen Tempel. Wer nichtige Götzen verehrt, der handelt treulos. Ich aber will dir opfern und laut dein Lob verkünden. Was ich gelobt habe, will ich erfüllen. Vom Herrn kommt die Rettung". Da befahl der Herr dem Fisch, Jona ans Land zu speien.Als Zeichen für die Barmherzigkeit Gottes, für seine Zuwendung und Achtung, ist der Szene ein Engel beigefügt, der dem Propheten Jona ein Gewand überreicht. Der Beginn des Jonas - Gebets findet sich auf der Schriftrolle, die er in seiner Hand hält.
Ikone des Einzugs unseres Herrn Jesus Christus in Jerusalem (Mk 11. 7-11a) (29x34cm)
Sie brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier, und er setzte sich darauf. Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweige (von den Büschen) ab und streuten sie auf den Weg. Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe! Und er zog nach Jerusalem hinein, in den Tempel.
Tryptichon (Außen) (22 x 35 cm)
Auf den (hinteren) Außenseiten der Flügel finden sich die Darstellungen einer "Königstür", der Mitteltür einer Ikonostase (Bilderwand), hinter der sich der Altarraum der orthodoxen Kirche befindet:
Unten die vier Evangelisten – oben die Verkündigung an die Gottesmutter Maria.Im Innenteil des Tryptichons betritt man mit seinen Augen gewissermaßen den Altarraum, in dem sich Christus selbst den heiligen Aposteln im Brot und Wein darreicht. Das heißt: Er selbst ist der Spender seines Leibes und Blutes, nicht etwa der jeweilige Priester oder Diakon oder beauftragte Kommunionspender.
Tryptichon (Innen) (45 x 35 cm)
Im Innenteil des Tryptichons betritt man mit seinen Augen gewissermaßen den Altarraum, in dem sich Christus selbst den heiligen Aposteln im Brot und Wein darreicht. Das heißt: Er selbst ist der Spender seines Leibes und Blutes, nicht etwa der jeweilige Priester oder Diakon oder beauftragte Kommunionspender.
Ikone des heiligen Mandylions, des "nicht von Menschen- hand gemal- ten Bildes unseres Herrn Jesus Christus". (30 x 30 cm)
Wunderberichte über Christusbilder, die ohne Zutun eines Menschen entstanden seien, gibt es seit dem 6. Jahrhundert. Die Entstehung dieses Urbildes ist verbunden mit einem Legendenkreis um den König Abgar von Edessa (heute das türkische Urfa). Danach lebte zur Zeit Christi, König Abgar in Edessa. Dieser schrieb an Christus einen Brief und bat um Hilfe in seiner schweren Krankheit. Christus antwortete, dass er erst seinen schweren Schicksalsweg zu Ende gehen müsse. Aber nach seiner Himmelfahrt werde er einer seiner Jünger mit einem Brief schicken. Dies geschah durch einen vom Apostel Thomas geschickten Mann namens Thaddäus. Dieser Brief Christi soll sich im Staatsarchiv von Edessa befunden haben. Neben diesem Briefmotiv entstanden Berichte, nach denen Christus sein Antlitz in ein Handtuch (griech. aus dem Persischen stammend: "Mandylion") gedrückt und das auf diese Weise wunderbar hervorgebrachte "nicht von Menschenhand gemalte Abbild" an Abgar geschickt habe.Im Westen entstand im Hochmittelalter die vergleichbare Kreuzweglegende vom "Veronikatuch": Christus habe bei seinem Gang nach Golgota sein Haupt in ein von der Heiligen dargebotenen Tuch gedrückt. Dort sei der Abdruck haften geblieben. Der Name der legendären heiligen "Veronika" ist abgeleitet vom lateinischen "vera icon" = wahrhaftiges Abbild.Die Hinzufügung der beiden Engel, die rechts und links das Mandylion halten, sind eine schmückende Zugabe des 19. Jahrhunderts.
Ikone der Heiligen Mutter Anna
mit der Gottesmutter Maria. Die heilige Anna trägt auf dem linken Arm ihr Tochter,
die Gottesmutter Maria. Diese
Darstellung gleicht ein wenig dem Typus der Gottesmutter Hodegetria
(Wegweiserin, Hinweiserin) mit dem Jesuskind auf dem Arm. Die
Gottes- mutter hält eine Blume empor, das Symbol für ihren Sohn, Jesus, den Christus
Ikone der Gottesmutter von der unerwarteten Freude. Zu
den frühen Andachtsbildern zählt diese Ikone von der unerwarteten (oder
unverhofften) Freude (Bogomater’ Necajannaja Radost’) Sie ist mit einer Legende
verbunden, deren Anfang immer auf der Ikone beschrieben ist. Er lautet:
Ein
gewisser gesetzloser Mensch hatte die alltägliche Ordnung, zur allreinen
Gottesgebärerin zu beten mit den Worten des englischen Grußes: Sei gegrüßt du
Gnadenvolle. Einmal, da er wieder zu seinem gesetzlosen Tun gehen wollte,
wandte …
Bei
der abgebildeten Ikone befindet sich der weitere Legendentext auf der Rückseite.
Sehr
wortreich erzählt er, auch in der wörtlichen Rede, dass das Gotteskind auf dem
Arm Mariens geblutet habe. Auf die Frage des Beters, wer dies angerichtet habe,
sagt die Gottesmutter, dass dies die Sünder seien, die Ihren Sohn mit ihren
Sünden jedes Mal aufs Neue kreuzigten. Der Sünder bittet daraufhin um das Erbarmen
der Gottesmutter und um ihre Fürsprache bei ihrem Sohn. Nach einem kurzen
Dialog der Mutter mit ihrem Kind, wird dem Sünder dann Vergebung zuteil.
Der
Titel der Ikone „unerwartete Freude“ bezieht sich nicht etwa, wie vielleicht
erwartet, auf die Bekehrung des Sünders, sondern vielmehr auf die Gnade der
persönlichen Ansprache.
Das
Fest dieser Ikone ist der 9. Dezember
Ikone der Mutter Gottes vom lebens- spendenden Quell Ikonen
dieses in Byzanz /Griechenland beliebten, in Russland aber weniger verbreiteten
Bildtyps zeigen die Gottesmutter mit dem Kind vom Typ des Emanuel vor sich im
Schoß, in einer Brunnenschale sitzend. Deshalb wir sie besonders im Westen
gerne auch „Brunnenmadonna“ genannt.
Sie
stellt die Antwort der ostkirchlichen Marienverehrung auf zahlreiche
vorchristliche „Quellheilgtümer“ dar, mit denen oft dem Asklepios geweihte
Kurbetriebe verbunden waren.
Einem
solchen Quellheiligtum im Gebirge ist dieser „Lebensspendende Quell
nachgebildet.
Nicht
ohne Absicht hat das Untergewand Jesu, das Wasser und das Untergewand des
unschuldigen Babys links die gleiche Farbe. Das Wasser fließt in eine
kreuzförmige Brunnenschale: Das Kreuz wird zum Heil.
Verschiedene
Kranke kommen um „Heil - ung“ zu erlangen.
Die
Rückseite der Ikone trägt die Anfangsworte aus dem großen Akathist (eine
bestimmte Hymne) auf die Gottesmutter:
Freue
Dich, die du reichlich den fließenden Strom lässt fließen.
Freue
dich, die du darstellst des Bades Urbild.
Freue
dich, die du wegnimmst der Sünde Schmutz.
Freue
dich, Bad, das wäscht das Gewissen.
Freue
dich, jungfräuliche Braut.
Christus im Grabe Mit
besonderer Innigkeit haben die Ikonenmaler schon immer jene kleine Szene
gemalt, in der die Gottesmutter ihren toten Sohn in den Armen hält.
In
die Stille des Karfreitag- abends gehören Hymnus und Ikonen der Kreuzabnahme und
der Grablegung Christi.
„Der da blühet
in Schönheit durch deine Gütigkeit mehr als alle Sterblichen, jetzt erscheint
er als Toter und ohne Gestalt, er, der Schmuck des Weltalls.“
So
singen die orthodoxen Christen am Karsamstagmorgen.
Mit
dem Kreuzesbalken hinter sich steht Christus halbfigürlich mit entblößtem
Oberkörper in einem offenen Sarkophag.
Seine Hände sind gekreuzt und sein Haupt ist leicht gesenkt.
Es
handelt sich hier um eine Variation unserer im Westen bekannten Pieta, als
vielmehr um die Variante einer frühbyzantinischen Schmerzensmann-Ikone.
Im
Gegensatz zu Griechischen Ikonen wurde der Schmerzensmann in Russland immer
zusammen mit Maria unter dem Titel „Weine nicht, Mutter“ dargestellt.
So
trägt diese Ikone in ihrer Umrandung einen Teil des Kanons vom „Großen
Sonnabend“:
„Weine nicht
über mich, meine Mutter, wenn du deinen Sohn im Grabe siehst, den du in deinem
jungfräulichen Schoß getragen hast. Denn ich werde auferstehen und in meine Herrlichkeit
kommen, und werde als Gott nicht aufhören, jene in diese Herrlichkeit empor zu
heben, die dich in Liebe preisen“.
Ikone der Gottesmutter des
Zeiches unter den himmlischen
Mächten.
Die
Darstellung der Gottesmutter in Halbfigur und in Orantenhaltung (Gebetshaltung)
mit Jesus Emanuel in einem Medaillon vor der Brust, geht auf eine Ikone in
Konstantinopel zurück. Die „Blacher- niotissa“ (nach der Bla- chernenkirche
benannt), die ihrerseits von einem ebenfalls nicht erhaltenen Jerusalemer Urbild
aus dem 4. Jahrhundert abstammt. Dieser Bildtypus wurde vor allem im russischen
Raum sehr beliebt und heißt dort „Gottesmutter des Zeichens“ (russ. „znamenie“)
Die
hier dargestellte sehr ungewöhnliche Variante der „Znamenie“ verzichtet auf das
Medaillon um Christus, befindet sich aber umringt von himmlischen Mächten und
in den vier Ecken begleitet von den Symbolen der Evangelisten. In dieser Form
steht sie in einer direkten Beziehung zur Ikone des kommenden Erlösers
(Christus unter den Mächten oder Christus vom achten Tag), einem Ikonenthema
nach der Vision des Propheten Ezechiel.
Auf
dem Rand befindet sich die Inschrift:
Würdig
ist es in Wahrheit, dich zu preisen, Gottesgebärerin, Allzeit selige und
makellose Mutter unseres Gottes. Ehrwürdiger als die Cherubim und
unvergleichlich herrlicher als die Seraphim. Unversehrt hast du das Wort Gottes
geboren. Du wahrhaftige Gottesgebärerin, sei gepriesen.
Ikone von Christus, dem
Weinstock (37x49cm) Die
„Weinstock – Ikone“ findet sich seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert besonders
im griechischen Raum. Sie stellt ein Stück gemaltes Evangelium dar.
Hier
handelt es sich um eines der „Ich bin – Worte“ Jesu aus dem Johan- nesevangelium,
15, 1-11:
Ich
bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer … Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben.
Diesem
Ausspruch Jesu entsprechend findet er selbst sich in der Mitte des Weinstocks,
während die Apostel auf den Rebzweigen sitzen, dort wo auch die Trauben hängen.
Sie werden zur „Frucht“.
Ganz
oben links, sehr leicht auch am Schlüssel erkennbar der heilige Petrus, im
gegenüber, rechts der heilige Paulus, um seiner reichen schriftlichen
Verkündigung willen mit einem Buch.
Ebenfalls
mit einem Buch, dem Evangelium, sitzen zur Rechten und zur Linken die vier
Evangelisten.
Darunter
die 6 weiteren Apostel, deren Auftrag ja ebenfalls die Verkündigung des
kommenden Gottesreiches ist. Deshalb tragen sie Schriftrollen in den Händen.
In
der byzantinischen Vesper zum Donnerstag heißt es:
Heilige Apostel, ihr seid die Reben des Weinstocks, der Leben schenkt. Ihr habt Frucht getragen und euch selbst Gott
geweiht.Er nannte euch seine Freunde. Daher bittet ihn, dass er uns Frieden schenke